Soll man noch vom «Balkan» sprechen?
Hauptbahnhofstrasse 8
4500 Solothurn
Zur politischen Geschichte einer europäischen Raumbezeichnung
Der Begriff «Balkan» hat es nicht leicht. Was einmal ursprünglich einen Gebirgszug im heutigen Bulgarien bezeichnete, ist heute eng mit blutigen Kriegen, «Balkanisierung» – dem Zerfall grosser in kleiner Staaten – und «balkanischen Zuständen» – Chaos, Gewalt, Korruption und «Barbarei» – verbunden. Der Begriff «Balkaner» steht daher weniger für eine neutrale Identitätsbezeichnung als für eine Projektionsfläche negativer Zuschreibungen.

Eine Karte Südosteuropas (1700)
Die bulgarische Historikerin Maria Todorova (geboren 1949) ist die zentrale Bezugsfigur, wenn man diesen umstrittenen Begriff kritisch verstehen will. Ihre Monographie Imagining the Balkans (1997) veränderte den Umgang mit diesem Wort grundlegend. Dieser Vortrag fragt, was es mit dem von ihr geprägten Begriff «Balkanismus» auf sich hat, wie sich «der Balkan» zu «dem Orient» und zu «Europa» verhält und was der Terminus letztlich über jene aussagt, die ihn verwenden.
Leitfragen für die Inhalte des Vortrages:
1. Was ist «der Balkan» – und wer hat ihn so genannt?
2. Wann und wieso wurde der Balkan negativ konnotiert?
3. Wie funktioniert Balkanismus im Diskurs?
4. Wer benutzt (heute) den Begriff – und mit welcher Absicht?
5. Abschaffen, behalten, umdeuten?
Fisnik Zyberi ist Masterstudent der Geschichte an der Universität Zürich (Nebenfach Osteuropäische Geschichte) und verfügt über eine pädagogische Ausbildung auf Primarstufe. Er lebt in der Region Solothurn; sein thematischer Fokus liegt auf Südosteuropa.
| Kurs-Nr. | Datum | Tag | Dauer | Preis |
|---|---|---|---|---|
| 263-7060 | 16.09.2026 | Mittwoch |
Mi am 16.09.2026 1x Mi 18:00 – 20:00 |
CHF 45.– |