Die Wiener Werkstätte 1903 - 1932 und ihre Künstlerinnen

Kursleitung
Dr. Andrea Végh
Anzahl Plätze
6 – 30
Standort
Volkshochschule Region Solothurn
Hauptbahnhofstrasse 8
4500 Solothurn
Preis
Standard
CHF 45.–
Mitglied
CHF 42.75
Caritas KulturLegi
CHF 31.50
Termine
Mi 22.04.2026 18:30 – 20:00

Frauen der Wiener Werkstätte

Von Anfang an, bereits ab 1867 nahm die Wiener Kunstgewerbeschule Frauen auf. So konnte sich ein neues Rollenverständnis und Selbstbewusstsein angehender Kunstgewerblerinnen bis hin zur Architektin entwickeln. Fünf von ihnen gründeten mit fünf männlichen Kollegen 1901 die «Wiener Kunst im Hause», welche die 1903 gegründete Wiener Werkstätte beeinflusste. Unter ihnen waren die Textil- und Keramikkünstlerin Jutta Sika, die Möbelbauerin Else Ungar sowie der Architekt Wilhelm Schmidt. Als Gründer der Wiener Werkstätte galten jahrzehntelang nur Dagobert Peche, Josef Hoffmann und Koloman Moser, zusammen mit dem Mäzen Fritz Waerndorfer. Häme gegenüber Frauen folgte: Der Maler Julius Klinger sprach vom «Wiener Weiberkunstgewerbe». Der streitbare Architekt A. Loos vom «Wiener Weh». Andere `Herren’ von unerträglicher «Pupperlwirtschaft». Hingegen übermittelte die Keramikerin Vally Wieselthier 1930 vor ihrer Ausreise nach Amerika an Präsident Roosevelt : «Tell these people who I am”. Heute zeugt ein Teppich, von Iris Andraschek 2011 auf dem Asphaltboden neben der ehemaligen Wiener Werkstätte geschaffen, von den berühmten Werken dieser Künstlerin.

Ausgewählte Künstlerinnen der Wiener Werkstätte (WW) waren:

Elena Luksch-Makowski, die ab 1904 Silberreliefs für Möbel- und Wandvertäfelungen schuf. Minka Podhajska produzierte und vertrieb ab 1905 Spielzeugfiguren im Rahmen der «Kunst-für-das-Kind Bewegung». Therese Trethahn entwarf Textilien und Geschirr. Die Männer bauten häufig Möbel, die von den Frauen mit Dekor und (Silber)beschlägen versehen wurden. Ab 1907 vertrieb die WW (Wiener Werkstätte) Postkarten v. Jutta Sika, Mathilde Flögl, Heddi Hirsch, Fritzi Löw, Felice Rix. Helene Gabler malte Dekore für die von Joseph Hoffmann entworfenen Kriegsgläser. A. Rosa Krenn schuf Stoffmuster. Reni Schaschl, Mathilde Flögl und Mela Köhler experimentierten mit verschiedenen Techniken. Maria Likarz prägte die Gebrauchsgrafik der WW im Auftrag. Eine Übersicht ihrer Werke illustriert den Stil der Wiener Werkstätte, die auch das Bauhaus beeinflusste.

Kursleitung: Dr. Andrea Végh, Dr. phil. In Geschichts- und Kunstwissenschaften, Kunstgeschichte, Archäologie und Soziologie

Kurs-Nr. Datum Tag Dauer Preis
262-7032 22.04.2026 Mittwoch Mi am 22.04.2026
1x Mi 18:30 – 20:00
CHF 45.–