Vom Umgang mit Burgen und Schlössern im Kanton Solothurn

Kursleitung
Dr. André Schluchter
Standort
Volkshochschule Region Solothurn
Hauptbahnhofstrasse 8
4500 Solothurn
Preis
Standard
CHF 68.–
Mitglied
CHF 64.60
Caritas KulturLegi
CHF 47.60
Termine
Di 09.03.2027 18:00 – 19:30
Di 16.03.2027 18:00 – 19:30
Ein Blick auf die jüngere Vergangenheit, vertieft mit Fallbeispielen zu Alt-Falkenstein, Wartenfels und Waldegg.

Mit seinen über 80 Burgen und Schlössern verfügt der Kanton über ein ausserordentlich reiches baukulturelles Erbe. Während das anhaltende Interesse an diesen Baudenkmälern häufig ihrer jahrhundertealten Vergangenheit sowie den damit verbundenen historischen Ereignissen und Persönlichkeiten gilt, findet ihre jüngere Geschichte oft weniger Beachtung.

Das Ende der Alten Eidgenossenschaft 1798 leitete einen tiefgreifenden Wandel ein. Landvogteischlösser wurden funktionslos, patrizische Herrensitze gelangten nun auch in bürgerlichen Besitz. Mit der Burgenromantik setzte im 19. Jahrhundert eine Gegenbewegung zur rationalen Moderne ein. Industrielle liessen ihre eigenen Phantasieschlösschen errichten, und Enthusiasten nahmen sich der zerfallenden Burgen an.

Der Einsturz des Turmes von Schloss Alt-Falkenstein am 29./30. Dezember 1922 löste eine heftige Kontroverse über dessen fachgerechten Wiederaufbau aus. Schloss und Museum Alt-Falkenstein.

Dabei wurde über die Frage, wieweit eine Ruine wiederaufgebaut werden sollte, oft mehr mit Leidenschaft denn mit archäologischer Kenntnis gestritten – im sogenannten «Burgenstreit» sogar vor Gericht. Wissenschaftliche Methoden sollten sich bei der Erforschung von Baudenkmälern erst im Verlaufe des 20. Jahrhunderts etablieren. Ungeachtet dessen stellt sich bei jeder Sanierung die Frage, welche Spuren der Vergangenheit sichtbar bleiben sollen und welcher zeitliche Schwerpunkt das Erscheinungsbild des Gebäudes prägt.

Der Kurs vermittelt anhand der Fallbeispiele neben einem Überblick über die solothurnischen Burgen und Schlösser Einblicke in die wechselvolle jüngere Geschichte ihrer Besitzer und ihrer Häuser. Dabei geht er auch der Frage nach, welches Bild vom «Mittelalter» oder «Barock» diese Gebäude ihren Besucherinnen und Besuchern heute vermitteln.

Dr. André Schluchter ist mit der Burgen- und Schlösserlandschaft des Kantons aus seiner früheren Tätigkeit als Kulturpfleger vertraut; die drei Fallbeispiele kennt er aus seiner beruflichen Praxis.

Kurs-Nr. Datum Tag Dauer Preis
271-7002 09.03.2027 Dienstag Di ab 09.03.2027
2x Di 18:00 – 19:30
CHF 68.–