Rock-Meisterwerke: The Beatles: «Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band»

Kursleitung
Christian Schorno
Standort
Volkshochschule Region Solothurn
Hauptbahnhofstrasse 8
4500 Solothurn
Preis
Standard
CHF 68.–
Mitglied
CHF 64.60
Caritas KulturLegi
CHF 47.60
Termine
Do 13.05.2027 18:00 – 19:30
Do 20.05.2027 18:00 – 19:30

«Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band» wird sechzig Jahre alt. Es ist das zweifellos wichtigste Rock-Album seiner Zeit. Neben ikonisch gewordenen Songs brachte es eine ganze Reihe von Errungenschaften und Innovationen mit sich. Vor allen Dingen hörte man Klänge, die man nie zuvor gehört hatte. Andere Musiker und Fans hörten es quasi als spirituelle Offenbarung.

«Sgt. Pepper» war das erste Album mit aufklappbarem Cover und das erste mit abgedruckten Songtexten. Seine Produktion hat 700 Studio-Stunden in Anspruch genommen. Es gilt vielfach als Konzeptalbum, obwohl die Songs weder thematisch noch narrativ kohärent sind. Das Konzept kommt zustande, weil der Titelsong das Setting eines Konzerts der fiktiven Sgt. Pepper’s Band schafft, einer psychedelisierten Millitärband aus dem Zeitalter Eduards VII (1900–1914).

«James Melville Babington, das Vorbild für Sgt. Pepper»Das Bild zeigt James Melville Babington, das Vorbild für Sgt. Pepper.


Im fiktiven Raum zwischen Beatles und Pepper fanden Hörerinnen und Hörer Platz für die eskapistischen Fantasien jener Jahre: Ausbrechen aus der engen bürgerlichen Existenz, Suche nach Spiritualität und indischer Exotik. Diese Art Fiktion hätte auch aus Hollywood kommen können und so konterte Frank Zappa nur sieben Monate später mit einer Parodie auf Sgt. Pepper, die er «We’re Only in It For The Money» nannte. Das war die erste Kritik, die der Rock-Musik einen Spiegel vorhielt und ihr sagte: «Was ihr da veranstaltet, ist am Ende doch nichts anderes als Zirkus.»

Für die einen brachte Sgt. Pepper eine Wertverschiebung in die Welt. Unterhaltungsmusik spielte erstmals eine kulturelle Rolle und präsentierte ein musikalisches Hörspiel, jenseits von Kitsch, Schund und Trash. Für die anderen steckte in dieser Hochleistungs- und Rekordmusik auch der Keim einer neuen Grenze. Die Türe, die aufging, führte in einen neuen Raum, der – siehe da! – wiederum Wände hatte: Peter Dogett weist darauf hin, dass bei der Produktion von Sgt. Pepper die Songwriter-Partnerschaft von Lennon-McCartney zum ersten Mal umschlug von freundlicher, einander fördernder Rivalierie in Frustration. John Lennon verfiel während den Sessions in eine tiefe Depression und Schaffenskrise. Später wird er sagen, dass McCartneys Ambitionen ihn zu einem Auftragsschreiber haben zurückfallen lassen und dass er auf diese Rolle keine Lust hatte. Das war die Kehrseite des Pfefferlands: Das Konzept verlangte nach passender Musik. Während McCartney problemlos auf diese Weise schreiben konnte, war dies für das flatterhafte Temperament Lennons ein Kreativitätskiller. Lennon arbeitete am besten, wenn er spontan Impulse aus der Umwelt auffangen und verarbeiten konnte. Das Resultat war, dass die meisten Songs auf Pepper von McCartney stammen und Lennon nur vier beisteuerte. Die meisten seiner Songs zeigten ihn indes an seinem Ort und in seinem Element.

Die Vorlesung analysiert die Songs des Albums und der zur Schaffensphase gehörigen Single «Strawberry Fields Forever» / «Penny Lane». Die Musik wird in der Zeitgeschichte und der Geschichte der Rockmusik verortet.

Kurs-Nr. Datum Tag Dauer Preis
272-7073 13.05.2027 Donnerstag Do ab 13.05.2027
2x Do 18:00 – 19:30
CHF 68.–